GAM macht weitere Fortschritte beim Umbau

GAM macht weitere Fortschritte beim Umbau...

Zürich – GAM kommt mit der laufenden Umstrukturierung offenbar gut voran. Mit dem jüngsten Stand der verwalteten Vermögen wurden die Markterwartungen zumindest deutlich übertroffen. Allerdings hat der Vermögensverwalter noch einige Hausaufgaben zu erledigen, und auch die Neugelder dürften im restlichen Jahr nicht im selben Tempo weiter wachsen wie im dritten Quartal.

Per Ende September 2017 verwaltete GAM Vermögen von 148,4 Mrd CHF – ein Anstieg von 13% gegenüber Ende Juni. Die Nettozuflüsse erreichten im dritten Quartal 11,8 Mrd CHF. Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) mit Assets under Management (AuM) im Umfang von 136,0 Mrd CHF und mit Netto-Neugeldern von 1,9 Mrd gerechnet.

75% der im Investment Management verwalteten Vermögen in Fonds hätten sich besser entwickelt als der jeweilige Benchmark, teilt GAM am Donnerstag mit. In der Division stiegen die verwalteten Vermögen im dritten Jahresviertel um 9% auf 78,7 Mrd CHF. Von starken Nettozuflüssen sowie positiven Anlageergebnissen und Wechselkursentwicklungen ist die Rede. Die Nettozuflüsse lagen im Investment Management bei 3,5 Mrd, wobei das Fixed-Income-Geschäft mit 4,1 Mrd CHF Hauptperformer war.

Neugeld weniger wertig
Im Private-Labelling-Geschäft, wo GAM Fondslösungen für Dritte anbietet, legten die verwalteten Vermögen indes um 18% auf 69,7 Mrd zu. Nettozuflüsse von 8,3 Mrd stammten zum grössten Teil von einem bestehenden Kunden, der eine unterdurchschnittliche Management-Fee-Marge aufweist, wie es heisst.

Damit dürfte sich die Zunahme proportional auch geringer bei den Ergebnissen auswirken. Grundsätzlich sind die Margen im Private Labelling geringer als im Investment Management. Im Halbjahr 2017 lag die Management-Fee-Marge im Private Labelling bei 7 Basispunkten gegenüber einer solchen von 62,5 Basispunkten. Im Private Labelling seien sehr unterschiedliche Dienstleistungen möglich, weshalb auch die Gebühren entsprechend abweichen würden, so eine GAM-Sprecherin zu AWP.

CEO Alexander Friedman zeigt sich laut Mitteilung „sehr zufrieden mit der anhaltend positiven Entwicklung im dritten Quartal“. Die Anlage-Ergebnisse seien bei den meisten Fonds stark, und die Nettozuflüsse „waren sehr gut“. Auch weiterhin sehe man grosses Interesse für die Produkte von GAM, „dennoch erwarten wir nicht, dass die Zuflüsse sich im Tempo des dritten Quartals fortsetzen“, so Friedman mit Blick in die Zukunft.

Operative Effizienz bleibt Priorität
Das mehrjährige Umstrukturierungsprogramm schreite derweil gut voran, so der Asset Manager weiter. Derzeit laufe die Einführung einer einheitlichen Datenarchitektur. Zudem wird der Vertrieb weiter gestärkt, was sich auch in Zukunft „unterstützend“ auf die Nettozuflüsse auswirken dürfte, wie es heisst. Denn die operative Effizienz und das Erreichen der Ziele über einen Konjunkturzyklus hinweg seien nach wie vor die wichtigsten Prioritäten.

Mittelfristig strebt die Gesellschaft ein Wachstum des verwässerten operativen Ergebnisses pro Aktie von über 10% auf annualisierter Basis an sowie eine Umsatzrendite von 35 bis 40% – beides über einen Geschäftszyklus von fünf bis acht Jahren. Bis 2019 sollen zudem die Fixkosten im Vergleich zu 2016 um mindestens 30 Mio sinken. Dazu wurde am Donnerstag nichts Näheres kommuniziert.

Bis zur Veröffentlichung der Jahresergebnisse soll es indes Neues zur Überprüfung der Lohnpolitik geben. Bekanntlich hatte sich die Generalversammlung gegen die geplanten variablen Management-Vergütungen für 2017 gestellt und auch den Vergütungsbericht 2016 konsultativ abgelehnt. (awp/mc/pg)




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